

In der Dubaier Hitze trinkt man Kaffee dort, wo es kühl und schön ist und wo Espresso und Cappuccino tatsächlich beherrscht werden.
Die besten Kaffeehäuser in Dubai folgen alle demselben Prinzip: draußen sind es +40 Grad, drinnen Klimaanlage, Panoramafenster und Bohnen, die jemand lange und sorgfältig ausgesucht hat. Die Stadt hat längst aufgehört, nur ein Umsteigepunkt zwischen Wolkenkratzern zu sein, und sich zu einem Ort mit einer vollwertigen Kaffeeszene entwickelt – hier braut man Specialty-Kaffee aus Bohnen aus Panama und Kenia, bringt Berliner Röstungen ins Land und eröffnet Filialen französischer Konditoreien. Wir haben neun Adressen ausgewählt – vom Industrieviertel Al Quoz mit seinen Galerien bis zur Dubai Mall –, an denen Kaffee kein Beiwerk des Interieurs ist, sondern der Grund, hinzugehen. Mal zählt vor allem ein Autoren-Cappuccino, mal die Terrasse und ein Frühstück bis vier Uhr nachmittags, doch überall gibt es einen Grund, die Hitze noch etwas länger auszusitzen.
In Al Quoz, in einem Raum, den das spanische Studio A Vida Group in Terrakotta- und Sandtönen gestrichen hat, versteckt sich ein Kaffeehaus mit Keramikvasen auf den Regalen und Büchern zwischen den Pflanzen. La Nena braut sowohl Klassiker als auch Autoren-Getränke aus ausgewählten Bohnen, schenkt frisch gepresste Säfte und Tee aus und serviert zum Kaffee knusprige Croissants und Desserts mit ungewöhnlicher Präsentation. Beim Essen gibt es Sandwiches, Bowls und saisonale Salate. Ein guter Ort, um sich für ein paar Stunden mit dem Laptop niederzulassen, während die Sonne draußen die Luft für Spaziergänge unbrauchbar macht.
Auf dem Gelände der Alserkal Avenue, zwischen Galerien und Kunsträumen, arbeitet ein Kaffeehaus, das im Grunde eine Schokoladenmanufaktur mit Espressomaschine ist. Ganache Chocolatier fertigt handgemachte Trüffel und Schokolade, mehrschichtige Torten mit unterschiedlichen Füllungen, Kekse mit Nüssen und Schokostückchen. Bei den Getränken: Espresso, Cappuccino, Latte mit ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen und hausgemachte heiße Schokolade. Das Interieur mit geschwungenen, texturierten Wänden und offener Küche ist so gestaltet, dass nichts vom Wesentlichen ablenkt – dem Dessert auf dem Teller. Das Format eignet sich eher für einen langsamen Besuch als für einen Kaffee zum Mitnehmen zwischendurch.
Mitten im DIFC, zwischen den Bürotürmen, steht ein Kaffeehaus mit einer Marmortheke aus massiven Blöcken in unterschiedlichen Farbtönen – die Arbeit des Studios VSHD Design, inspiriert von Sand, Stein und Muscheln. Orijins Café richtet sich an alle, die sich mit Kaffee auskennen: klassischer Espresso und Cappuccino stehen neben Autoren-Getränken, dazu gibt es frisches Gebäck und Desserts. Ein praktischer Ort, um zwischen Geschäftsterminen im Finanzviertel vorbeizuschauen – das Interieur ist streng genug, um nicht aus dem Arbeitsrhythmus zu fallen, aber warm genug, um bleiben zu wollen.
Unternehmer Ibrahim Al-Mallouhi eröffnete im Dubai Design District ein Kaffeehaus, das auf einem ernsthaften Umgang mit der Bohne beruht: Auf der Karte stehen Lots von Plantagen aus Brasilien, Guatemala, Panama, Kolumbien, Ecuador und Kenia, geröstet mit einer Präzision, die man sofort in der Tasse schmeckt. Eine graue Palette, helles Holz, eine Betontheke und Panoramafenster – das Interieur ist so gestaltet, dass es dem Inhalt der Tasse nicht widerspricht. The Espresso Lab ist die Option für alle, die ein Kaffeehaus nach der Röstliste wählen, nicht nach der Dessertvitrine.
Die Berliner Specialty-Rösterei hat es bis in den Al-Khazzan-Park an der Al-Safa-Street geschafft und dort ein Kaffeehaus mit Straßenterrasse eröffnet, die abends warm beleuchtet wird. Innen: quadratische weiße Tischplatten auf schwarzen Metallbeinen und lebende Topfpflanzen; draußen: weiche Stühle und kleine Tische. The Barn hält den Fokus auf Kaffee höchster Qualität: Klassiker wie Espresso und Latte stehen neben Autoren-Getränken und Pflanzenmilch für alle, die auf normale Milch verzichten. Zum Kaffee gibt es vollwertige Frühstücke, Snacks und Desserts, sodass man für eine Stunde oder den ganzen Vormittag bleiben kann.
Im Design District verbindet sich japanischer Minimalismus – helle Wände, Holzmöbel, riesige Steine auf dem Boden – mit einer Karte, auf der Kaffee gleichberechtigt neben dem Frühstück steht. Otaku serviert Eier Benedict mit Speck, Trüffel und Sauce Hollandaise, luftige Pancakes, Focaccia mit pochiertem Ei und Spargel, dazu Sushi, Bowls und japanische Snacks. Der Kaffee wird hier nach alternativen Methoden aufgebrüht, dazu kommen viele Autoren-Getränke. Panoramafenster lassen genug Licht herein, damit sich das Frühstück bis zum Mittag ausdehnen kann – das Format erlaubt es. So funktioniert der Ort gut als ruhige Pause mit Kaffee und Frühstück zwischen den Erledigungen in der Stadt.
Neben der Dubai Mall, an einer unauffälligen Nebenstraße, versteckt sich ein Kaffeehaus im skandinavischen Stil: abgerundete helle Sofas, geflochtene Stuhlsitze, Vasen mit Zweigen auf den Tischen. Hoof braut Kaffee aus Bohnen der lokalen Rösterei Archers und serviert klassische Frühstücke – Shakshuka, Omeletts, Avocado-Toasts. Bei den Desserts: hausgemachtes Gebäck, Kuchen, Croissants, für alle ohne Kaffee – Tee, frisch gepresste Säfte und Limonaden. Eine praktische Option, wenn man nach dem Einkaufsbummel in der Mall der Menge entkommen und ein paar Schritte weiter ruhig sitzen möchte.
In der Dubai Mall, hinter einer hellblau gefliesten Theke, arbeitet eine Konditorei mit einer ganz französischen Karte. Bei Yann Couvreur ist das Hauptgericht die Merveille, ein luftiger Mousse aus Milchschokolade mit Haselnusspraliné und knuspriger Baiserhülle, dazu die Signature-Torte aus Mandel, Pekannuss, Vanillekaramell und Schokoladenganache. Aus der Vitrine: Croissants, Tartelettes und Gebäck nach traditionellen Rezepten, aus der Getränkekarte: Kaffee, heiße Schokolade und Signature-Tees. Marmortischplatten und Lederstühle halten den Ort auf dem Niveau des Schaufensters einer französischen Bäckerei, nicht eines gewöhnlichen Mall-Cafés.
In Jumeirah 1, im Gebäude Wasl 51, arbeitet eine Bäckerei mit Desserts von beeindruckender Größe – Croissants, Keksen und Torten, die aussehen, als wären sie eigens fürs Foto gemacht. Die Kaffeekarte umfasst Klassiker und nach alternativen Methoden zubereitete Getränke. Frühstück wird hier von 8 bis 16 Uhr serviert, und die Karte bietet vegane, glutenfreie und laktosefreie Optionen – eine Seltenheit für ein so schlichtes Format. Panoramafenster und weiß gefliestes Mauerwerk halten das Interieur hell und neutral, ohne überflüssige Details, die vom Essen ablenken.
13.08.2026