

Im Fine-Dining-Restaurant Le Ri im Mantera Supreme Seaside ist ein Weinclub entstanden – ein Format intimer Treffen, bei denen die Flasche nicht Anlass für eine Wissensprüfung ist, sondern der Auftakt eines Gesprächs. Das Projekt startete offiziell am 1. Mai, das Programm leitet Jewgeni Xenofontow, Chefsommelier des Hotels. Le Ri erhielt die Auszeichnung „Palmenzweig 2026“, und der neue Club setzt die Restaurantlinie fort: Gastronomie arbeitet hier mit dem Wein zusammen, nicht nur nebenher.
Die Idee des Clubs ist nicht, die Gäste nach einem starren Programm zu unterrichten, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, frei über Wein zu sprechen – ausgehend von den eigenen Eindrücken.
Xenofontow führt den Club bewusst weg vom Modell einer Weinschule oder eines geschlossenen Zirkels für Profis. Die Treffen bauen auf den persönlichen Erfahrungen der Gäste auf: Der eine diskutiert über den Stil, der andere erinnert sich an eine Reise, ein Dritter formuliert zum ersten Mal, warum ihm ein Glas strenger vorkommt und ein anderes wärmer und weicher. Dieser Ansatz ist besonders wichtig für Sirius, wo es keine Weinbaulandschaft in der Nähe gibt, aber ein Publikum, das für eine bewusstere Begegnung mit Wein bereit ist. In diesem Sinne formt der Club eine Kultur nicht durch strenge Vorlesungen, sondern durch sanftes Einbeziehen – Glas, Gericht, Frage, Antwort, Pause.
Die Basis von Le Ri für ein solches Format ist solide: Die Karte umfasst über fünfhundert Positionen aus verschiedenen Ländern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Champagner – in der Sammlung finden sich sowohl große Häuser als auch kleine Récoltant-Betriebe. Für die Lagerung gibt es einen eigenen Weinraum, in dem das Team die Bedingungen für die Flaschen kontrolliert und verhindert, dass die Temperatur die Nuancen zerstört. So kann das Restaurant nicht nur mit bekannten Namen arbeiten, sondern auch mit feineren Weinen, die Ruhe, präzisen Service und den richtigen Moment der Ausschank brauchen.
In den ersten zwei Monaten hat der Club bereits zwei Treffen veranstaltet. Der Auftakt widmete sich Schaumweinen: Das Gespräch bewegte sich von der französischen Abtei Saint-Hilaire und den Mönchen des 16. Jahrhunderts bis zu modernen biodynamischen Weingütern, die ihren Arbeitsrhythmus nach den Mondzyklen ausrichten. Der nächste Abend war italienisch – mit Fokus auf die Toskana, die großen Weine der Region und die Keller des Castello di Brolio im Chianti. So steckte der Club sofort seinen Rahmen ab: keine einzelnen Flaschen wegen schöner Namen, sondern Routen durch Weingebiete, in denen Geschichte, Technik und Geschmack zu einer Erzählung verschmelzen.
Das nächste Treffen findet am 31. Juli statt und ist der Burgund gewidmet. Thema des Abends ist das Terroir: Xenofontow führt den Weg vom südlichen Mâconnais bis zu Lagen der Premier-Cru-Stufe in der Côte de Nuits nach, wo selbst benachbarte Weinberge Weine mit unterschiedlichem Klang hervorbringen können. Das Format bleibt gastronomisch: Fünf ausgewählte Flaschen werden mit fünf Gerichten von Le Ri kombiniert, um zu zeigen, wie das Essen die Wahrnehmung von Säure, Textur, Aromatik und Nachhalllänge verändert. Für Mantera Supreme Seaside ist das eine Möglichkeit, über Sirius nicht mehr nur als Kurort zu sprechen, sondern als Ort mit einem eigenen gastronomischen Tempo – gemächlich, präzise und für Gäste gedacht, die sich gerne vertiefen, statt einfach ein bekanntes Etikett zu bestellen.
24.07.2026