Ein zweistöckiges Restaurant chinesischer Küche der Lucky Group an der Petrowka. Brand-Chef Wassili Saizew bereitet kantonesische und sichuanesische Gerichte zu, für das Interieur waren Sundukovy Sisters verantwortlich. Ein Ort mit Ambitionen, der noch Wachstumspotenzial hat.

San Si ist ein zweistöckiges Restaurant der modernen chinesischen Küche der Lucky Group, das einen Raum an der Petrowka übernommen hat. Für das Projekt verantwortlich ist das Tandem aus Brand-Chef Wassili Saizew und Bar-Manager Artur Mirassow. Die Lage ist untypisch für Restaurants dieses Formats — die Petrowka wird eher mit den Projekten Arkadi Nowikows assoziiert, doch die Lucky Group entschied sich, gerade hier anzusiedeln.

Die Petrowka ist für die Lucky Group eine untypische Lage, doch San Si erschließt das Terrain sicher und gewinnt an Fahrt.

Nach Einschätzung des Restaurantkritikers Alexei Polikarpow liegt das Interieur von San Si derzeit deutlich vor der Küche und dem Serviceniveau. Ein Ort mit hervorragender visueller Präsentation, aber mit ernsthaften Fragen zur Stabilität der Gerichte und zur Aufmerksamkeit für die Gäste.

Am Interieur arbeitete das Studio S+S von Irina und Olga Sundukowa. Statt des erwarteten roten Lacks — gehärtetes Glas, das effektvoll und frisch wirkt. Grundlage sind drei Farben: sattes Rot als Glückssymbol, tiefes Schwarz und warmes Weiß. Die offene Küche ist aus verchromtem Metall gefertigt, mit einer Akzenttheke aus Falconnier-Glasbausteinen, und die Geometrie der lackierten Bar verweist auf die Silhouetten von Pagoden. An den Wänden — antike Zeichnungen aus dem 19. Jahrhundert auf Reispapier, Fotografien von Hongkonger Flohmärkten und Werke zeitgenössischer Künstler. Vintage-Kommoden und Säulen harmonieren mit modernen Elementen — alles ist bis ins Detail durchdacht, bis hin zur Tischgestaltung.

Das Menü von Wassili Saizew baut auf kantonesischen und sichuanesischen kulinarischen Traditionen auf. Der Brand-Chef bereiste China, um Rezepte und Techniken zu sammeln und sie für das Moskauer Publikum anzupassen. Das ist keine authentische chinesische Küche im strengen Sinne, sondern ihre Neuinterpretation, bei der vertraute Geschmäcker in zugänglicherer Form serviert werden. Der größte Stolz des Menüs ist die kaiserliche Peking-Ente, die fünf Tage lang für die perfekt knusprige Haut zubereitet wird. Die Präsentation erfolgt in drei Etappen: dünn geschnittene Scheiben mit Pfannkuchen, chinesischer Birne und Hoisin-Sauce, dann Reis mit Ente, und den Abschluss bildet eine Brühe mit Dim Sum. Zu den gelungenen Positionen zählen Dim Sum mit Garnele mit zartem Teig und hochwertiger Füllung sowie Sashimi aus Lachsbauch, der bei der Präsentation mit dem Brenner angesengt wird. Küchenchef Maxim Klykow ist für die Signature-süß-saure Sauce auf Basis von Reisessig und Orangensaft verantwortlich, die zu Schweinefleisch, Hähnchen und Tigergarnelen angeboten wird.

Die Barkarte ist um fünf Geschmäcker herum aufgebaut — in der chinesischen Kultur spiegelt die Zahl fünf die Balance der Elemente wider. Das Cocktailmenü ist unterteilt in Spritz, Highball, Sour, Gimlet und Martini. Artur Mirassow arbeitet mit süß-salzigen Profilen, die für die asiatische Gastronomie charakteristisch sind. Der Bok-Choi Spritz mit blumigen Noten ist nach dem chinesischen Kohl benannt, der Cubito wird auf Baijiu gemixt — einem traditionellen chinesischen Destillat —, und der Sea Gimlet mit Blue Curaçao wird in der Slush-Maschine zubereitet. Die Weinkarte kuratiert Chef-Sommelier Georgi Jelisarow und nahm seltene Einzelflaschen aus der Alten und Neuen Welt auf. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Teekollektion von Anna Swischtschewa — Oolongs, Pu-Erhs und Tisanen für alle, die eine alkoholfreie Begleitung bevorzugen. Die traditionelle Teezeremonie Yum Cha mit einer Auswahl an Dim Sum ergänzt das Tagesprogramm des Restaurants.

Nach Einschätzung des Restaurantkritikers Alexei Polikarpow — 6 von 10. Das Restaurant beeindruckt visuell, erreicht aber noch nicht das nötige Niveau bei Küchenstabilität und Servicequalität. Lange Wartezeiten bei der Servierung, Unaufmerksamkeit des Personals und ungleichmäßige Qualität der Positionen — jene Fragen, die das Team der Lucky Group lösen muss, damit San Si den in es gesetzten Ambitionen gerecht wird.