Ein Asador-Restaurant der Lucky Group im Granatny-Gässchen. Brand-Chef Dan Miron kocht über offenem Feuer und lässt sich vom Mittelmeerraum und dem Kaukasus inspirieren. Ein Ort für abendliche Treffen in großer Runde.

Saray ist ein Projekt der Lucky Group, in dem sich alles einem Element unterordnet: dem offenen Feuer. Glut, Ofen und Tandoor geben den Rhythmus der Küche vor und sind nicht nur Dekoration des Saals. Brand-Chef Dan Miron entwickelte die Karte nach Reisen durch Nordspanien, wo er die Traditionen der Asador-Restaurants studierte, und ergänzte diese Basis um die Großzügigkeit einer kaukasischen Tafel. Das Restaurant liegt im Granatny-Gässchen — ein ruhiger Ort, der sofort auf einen gemütlichen Abend einstimmt.

Es entfaltet sich erst am Abend — eine intime Atmosphäre, die zu einem langen Essen in guter Gesellschaft einlädt.

Für die Gestaltung des Raums zeichnet Natalja Belonogowa vom Büro NB-Studio verantwortlich. Die Designerin ließ sich vom Bild alter Scheunen leiten — grobes Holz, gealterte Oberflächen, Felle auf den Bänken, Regale mit unterschiedlichsten Fundstücken. Handgeflochtene Leuchten aus Weidenruten und Falconnier-Glasbausteine mildern die Rauheit der Materialien ab. Der übliche Restaurant-Glanz fehlt hier ein wenig im Vergleich zu dem, was man von der Lucky Group erwartet, doch gerade das schafft ein einnehmendes Gefühl — als würde man nicht in einem Restaurant, sondern in einem Landhaus speisen, in dem man das Essen ernst nimmt. Der Saal bietet 94 Plätze.

Auf den Tellern findet sich eine geradlinige, selbstbewusste Küche, in der das Feuer die Hauptarbeit übernimmt. Lula-Kebab vom Lamm wird über glühender Kohle gegrillt, Stör wird nach dem Grillen mit grüner Sauce serviert, und die Focaccia wird mit kantabrischer Sardelle und Sardinen ergänzt. Die Vorspeisen sind vielfältig: andalusischer Salat mit geräucherter Forelle, Rindercarpaccio mit Artischocke, Tatar mit Romesco-Sauce. Lasagne mit Pecorino und ein Dessert aus dunkler Schokolade mit Ancho-Chili zeigen, dass sich die Karte nicht auf den Grill beschränkt. Die Aromen sind klar und ohne unnötige Verkomplizierung — Feuer und gute Zutaten sprechen für sich selbst.

Hinter der Bar baut Chef-Barkeeper Maxim Gorelik die Cocktailkarte rund um Tee und ungewöhnliche Destillate auf. Der Apricot X.O. basiert auf zwei Jahre gereiftem Aprikosenbrand mit Quittenpüree, während der Ron Shu Magnolia Rum, Shou-Pu-Erh-Tee und Sagan-Dailya vereint. Für die Weinauswahl sind die Sommeliers Dmitri Kipelkin und Nikita Steiner zuständig — der Fokus liegt auf Spanien, doch es finden sich auch überraschende Positionen wie ein serbischer Pinot Noir im Glas.

Unser Team bewertete das Abendessen im Saray mit 7 von 10 Punkten. Saray wurde als Empfehlung aufgenommen — für eine mutige, wenn auch angepasste kaukasisch-mediterrane Küche vom offenen Feuer, aufmerksamen Service und einen Raum, der für lange Abende in guter Gesellschaft geschaffen ist.