Eine Tapas-Bar mit dem Geist des heutigen Barcelona in der ruhigen Lachtinskaja-Straße eröffnete das Team von Ateljee — mit einem unangepassten Interieur von Ksenia Smirnowa, Josper auf Weinrebenholz und Küchenchef Wladimir Worgulew. Im Inneren — ein überraschend anspruchsvolles Publikum.

In der ruhigen Lachtinskaja-Straße der Petrograder Seite hat sich eine der unabhängigsten Bars der Stadt niedergelassen — Ateljee tapas&bar, wo die spanische Gastronomie durch offenes Feuer und eine markante Freiheit im Detail neu gedacht wird. Das Interieur ist bewusst heterogen: ein futuristischer Lüster aus Kupferrohren, ein Holztisch anstelle der gewohnten Bartheke direkt in der Saalmitte, bemalte Wände und der Neonschriftzug «No Bad Days». All das entwarf Ksenia Smirnowa, die für die visuellen Konzepte von Una, Big Wine Freaks und Tre Bicchieri verantwortlich zeichnet.

Nach Meinung des Teams unseres Restaurantführers ist der Ort legendär — vom Äußeren her sehr schlicht, aber mit einem sehr anspruchsvollen Publikum im Inneren.

Das Herz der Küche ist der Josper, der berühmte spanische Kohleofen, der bei Ateljee ausschließlich mit Weinrebenholz befeuert wird: Es enthält kein Harz, erzeugt hohe Temperaturen und hält sie lange. Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Gemüse kommen mit charakteristischer Kruste und Räucheraroma außen sowie intensiver Saftigkeit innen heraus. Dieses Werkzeug ist die Hauptbrücke zwischen offener Küche und Saal und gibt dem gesamten Menü den Ton vor.

Die Küche leitet Wladimir Worgulew, der zuvor die Küchen von Salon pasta&bar in Petersburg und Moskau geleitet hat. Das Menü folgt der Logik der spanischen Tafel: Es beginnt mit 36 Monate gereiftem Jamón Ibérico, geschlagenen Oliven und baskischen Pinchos auf hausgemachter Brioche — mit Lachs, Ente oder Tomate. Weiter geht es mit Rindertatar mit Manchego, Oktopus mit Kartoffelpüree und Tomaten, Blumenkohl mit Trüffelsauce, Machete-Steak mit geräucherter Süßkartoffel und Taco mit Languste und Zucchini. Die spanische Geografie beschränkt sich hier nicht auf eine Region — der Chef reist bewusst durch das ganze Land.

Unsere Testesser vergaben 7 von 10 Punkten für das Abendessen.

Die Barkarte verbindet spanische lokale Spezialitäten — Orujo, Pacharán, galicischen Cidre — mit modernen limitierten Gins. Die Weinkarte umfasst sowohl namhafte Weltproduzenten als auch kleine Weingüter mit Fokus auf Terroir und Stilvielfalt. Den Abend runden Desserts nach spanischer Tradition ab, jedoch in Signature-Lesart: Churros mit Schokoladen-Ganache und Karamell sowie das kultige Tres Leches.

Im Sommer verwandelt sich das spanische Restaurant auf der Petrograder Seite endgültig in ein Stück Barcelona — die lebhafte Terrasse an der Lachtinskaja zieht Blicke auf sich und lässt niemanden einfach vorbeigehen. Ateljee tapas&bar trifft genau den richtigen Anlass: ob schneller Aperitif am großen Tisch oder langer Abend mit Josper und Wein bis zur Schließung.