Duo Band — das Team, das die Petersburger Gastronomie in zwölf Jahren zu einem Gespräch über das Eigene gemacht hat — nimmt sich Borschtsch und Waréniki vor: nicht um sie nachzubilden, sondern um sie neu zu denken. Die russische Küche lebt hier zwischen Erinnerung und Experiment, und hinter der Küche steht Dmitri Blinow. Ein Detail, das viel erklärt: Die Nummern in der Garderobe sind sowjetische Busfahrscheine, und jeder ist ein «Glücksfahrschein».

Der Raum an der Petrograder Uferpromenade 18 stammt vom Büro APAA — dieselben Architekten, die an den vorherigen Lokalen Blinows gearbeitet haben. Gewölbe, Lichtöffnungen, offene Küche — der Saal ist so aufgebaut, dass er gleichzeitig feierlich und ungezwungen wirkt. Zeitgenössische Kunst an den Wänden, die Dessertkarte in Form eines Abreißkalenders mit der «dritten Pause». Die Details sprechen hier nicht weniger als die Teller.

Nach Meinung des Teams unseres Restaurantführers ist dies eines der besten Restaurants russischer Küche in Petersburg — ohne Einschränkung.

Im Namen steckt eine doppelte Bedeutung. Eine nostalgische: die Schulpause, das Rennen durch die Flure, das Gefühl der Verschnaufpause. Und eine wörtliche: Veränderung als Notwendigkeit, Bewegung nach vorn. Duo Band begann mit der Idee, Autorenküche zugänglich zu machen, und kehrt zwölf Jahre später ironischerweise zu Borschtsch und Koteletts zurück — nicht um das Vertraute nachzubilden, sondern um es so neu zusammenzusetzen, wie es nur dieses Team kann.

Das Menü baut auf dem auf, was seit der Kindheit vertraut ist — nordischer Fisch, Wild, Getreide, Beeren, Eingelegtes —, doch jedes Gericht durchläuft Hände, die zu überraschen wissen. Kalt geräucherte Makrele wird mit cremigem Kwas serviert. Ladoga-Zander — mit Hechtrogen. Rinderzunge — mit Meerrettich-Eis. Geschmortes Ochsenrippenfleisch neigt sich Richtung Backpflaume und Rote Bete. Kaninchennieren — in Portwein. Fernöstliche Jakobsmuschel erhält eine Sauce aus grüner Stachelbeere und Sauerampferblättern. Rindertatar wird mit jungem Käse und Adschika zusammengestellt. Bei den Desserts — Käsekuchen mit Kamille und Choux mit Dill: Süßes ergibt sich hier auch nicht kampflos.

Was besonders in Erinnerung bleibt: Sülze aus Kalbshaxe und Ochsenschwänzen in einer Glasschale, Waréniki mit Kartoffeln, Spinat und Sulguni in Sahne-Kräuter-Sauce, gebratene Mortadella mit Kartoffelpüree und schwarzem Trüffel — ein Gericht, in dem gebratene «Doktorskaja»-Wurst zu etwas wird, worüber man nach dem Abendessen noch spricht. Und zum Finale ein Leningrader Brötchen mit Eis.

Die Bar hält sich an dasselbe Thema: lokale Rohstoffe, neu gedachte Klassik. In den Gläsern — Birkensaft, Waldbeeren, Kwas-Basis. Separat — rund dreihundert Weine: sowohl europäische Namen als auch russische Erzeuger, die längst eigene Aufmerksamkeit verdienen.

Unsere Testesser gaben 9 von 10 Punkten für das Abendessen — für die Konsequenz: Konzept, Küche, Service und Raum arbeiten in dieselbe Richtung, und das spürt man von den ersten Minuten an.

Die russische Küche an der Petrograder Uferpromenade hat längst aufgehört, ein Territorium des Vorhersehbaren zu sein — und «Peremena» ist der Beweis dafür.