Restaurant Loona am Twerskoi-Boulevard — italienische Küche vom Trio AVA Team und Küchenchef Dmitri Denissow. Im Zentrum steht ein aus Kastilien mitgebrachter Ofen, der dem Ort seinen Namen gab.

Der Ofen kam hier vor allem anderen an. Er wurde aus Kastilien mitgebracht — von einer Manufaktur, in der es üblich ist, jedem Stück einen eigenen Namen zu geben. Dieser bekam den Namen Loona. Er zog in das historische Gebäude am Twerskoi-Boulevard ein, noch bevor Istomin, Lossew und Denissow sich überlegt hatten, wie das Restaurant um ihn herum aussehen sollte. Am Ende gab genau der Ofen den Ton vor — für das Menü wie für den Raum.

Nach Meinung des Teams unseres Restaurantführers ist das eine untypische italienische Küche — für alle, die vorhersehbarer Lösungen überdrüssig sind.

Das Interieur entwarfen Irina Glik und das Büro «Geometria» — und die zwei Etagen verhalten sich wie zwei völlig unterschiedliche Orte. Die erste empfängt mit dichtem Grün: Die Tische stehen im Schatten der Pflanzen, als hätte man sie tatsächlich aus dem Haus in den Hof zum Sommermittagessen getragen. Die Wand geht fast vollständig in Glas über, und all dieses Licht spiegelt sich in der verspiegelten Decke — der Gast sieht gleichzeitig den Saal und dessen umgekehrte Kopie über dem Kopf. Der zweite Stock ist eine andere Geschichte: Stuck, hohe Säulen, das Gefühl eines Festsaals, gemildert durch warme Holzoberflächen und gedämpftes, diffuses Licht. Zwischen den Etagen liegt eine Treppe, die so verlegt ist, dass sie aus der Ferne an einen leuchtenden Streifen erinnert — eine bewusste Anspielung auf den Namen des Ortes. Besondere Aufmerksamkeit verdient der Tisch auf dem Balkon im zweiten Stock: Er ist für zwei Personen gedacht und liegt etwas abseits vom Hauptsaal.

Die Küche von Istomin und Lossew arbeitet mit erkennbaren italienischen Formaten, aber ohne dem Kanon zu folgen. Die Pizza existiert hier ohne Teig: Die Basis ist gebackener Blumenkohl mit Mandelmehl und Parmesan, die Ränder werden goldbraun, die Struktur hält. Tiramisu wird anders serviert als gewohnt: Innen liegt eine Mohnschicht, die man erst im Anschnitt entdeckt. Frühstücke sind eine eigene Geschichte: Zucchini-Puffer mit Avocado-Lachs-Mousse, Ricotta-Käsekuchen in der Größe eines Dessertellers.

Unsere Testesser vergaben 8 von 10 Punkten für das Abendessen — für die Geschmackspräzision und dafür, dass die Küche das Niveau selbst bei einfachen Positionen hält. Für das Frühstück gab es 7 von 10: Die Schlange am Wochenende ist real, aber die Küche kommt mit.