House of Jade ist ein asiatisches Bistro in der Nekrasova-Straße 37 in Sankt Petersburg. Ein Projekt der Teams von Giallo Bistro und EZO Izakaya: ostasiatische Küche ohne Klischees, eine Bar mit Sake und Cocktails.

Den zweistöckigen Raum in der Nekrasova-Straße bespielt ein Team mit Giallo Bistro und EZO Izakaya im Rücken. Aleksandr Grokhovsky, Polina Marinesko und die italy-community-Gründer Timur Dmitriev und Mikhail Sokolov haben House of Jade als Antithese zu pompösen orientalischen Restaurants aufgebaut: kein schwerer Dekor, kein „östliches“ Ambiente im gewohnten Sinn. Was von Asien übrig bleibt, ist das Essen. Das Interieur plante das Studio Snob Architects: modulare Systeme aus Lärchenholz, deutsche Stühle aus Formsperrholz, ein Cassina-Sofa und ein Gemeinschaftstisch mit den Kultstühlen des Schweizers Bruno Rey. Unter der Decke drehen sich langsam Ventilatorflügel, die Musik läuft von einem Vintage-Pioneer über Bowers-&-Wilkins-Akustik. Über hundert Sitzplätze und eine Aufteilung, bei der sich mehrere Gruppen von fünf bis sieben Personen nicht in die Quere kommen. Dog-friendly – mit Liegeplatz und Leinenhalterung.

Nach Einschätzung des Teams unseres Restaurantführers ist dies ein Fall, in dem Preis und Qualität wirklich zusammenpassen.

Für die Küche steht Chefkoch Aleksey Trofimov, der zuvor bei Giallo Bistro und EZO Izakaya arbeitete. Die Karte ist aus der kantonesischen, sichuanischen, taiwanesischen, Hongkonger und japanischen Tradition zusammengestellt – nicht als eklektischer Mix, sondern als durchdachte Geografie mit klarer Geschmackslogik. In der Küche wird mit offenem Feuer und glühend heißem Wok gearbeitet: Hohe Temperatur und Geschwindigkeit sind hier keine Konvention, sondern Methode. Der Auftakt der Mahlzeit ist ein Gruß aus gerösteten Erdnüssen mit fünf Gewürzen und Sardellen, der direkt aus der verglasten Küche vor den Augen des Saals serviert wird. Der Xiaochi-Abschnitt bietet kleine Vorspeisen: Salat mit Tintenfisch und marinierten Senfblättern, Muscheln mit Shaoxing-Wein, knusprige Flügel in süßer Sauce. Ein eigener Bereich ist dem Teig gewidmet – Wontons, Dim Sum und Baozi. Nudeln und Reis werden im Wok gezogen, Geflügel, Fisch und Fleisch am Robata-Grill mit Umami-Saucen vollendet. Auf der Karte finden sich auch Welthits – Gong-Bao-Hähnchen und Schweinefleisch süß-sauer mit Ananas.

Das Barkonzept entwickelte Artyom Gutko, ein Absolvent von Tiger Lily und Atelier Tapas & Bar. Die Regale sind bewusst nicht überladen: taiwanesischer Whisky, vietnamesischer Gin, Baijiu, Sake und asiatische Liköre sind gezielt ausgewählt. Im alkoholfreien Bereich gibt es ausgesuchte japanische, chinesische und taiwanesische Tees in verschiedenen Formaten – Cold Brew statt Limonaden, ein eigener Matcha-Abschnitt mit Bamboo auf Mandarinen-Fresh. Vom Zapfhahn kommen lokales Bier und das helle chinesische Lager Tsingtao. Die Cocktailkarte ist klein, aber ohne Durchschnittspositionen: der Nitro Espresso Martini mit Popcorn-Whisky und Stickstoff, der Mushroom Boulevardier auf Whisky mit Sesamöl und Shiitake-Wermut, der Taipei Punch mit japanischem Tomatenlikör und Passionsfrucht. Drei Highballs kommen vom Zapfhahn.

House of Jade eignet sich für ein Mittagessen allein, ein Dinner zu zweit und eine lautstarke Runde mit Hund. Geplant ist ein geheimer Raum für Veranstaltungen mit Pop-up-Formaten. Der Ort in der Nekrasova-Straße funktioniert als panasiatisches Bistro ohne Anspruch auf Bohème, aber auch ohne Kompromisse bei der Qualität – so formulieren die Macher selbst ihren eigenen Anspruch an diesen Ort.