Das Restaurant Lui am Bersenewskaja-Ufer eröffnete Gastronom Igor Witoschinski — Gründer von Semifreddo und La Bottega Siciliana. Das mediterrane Menü mit italienischem Akzent leitet Küchenchef Claudio Pirovano, Schüler des legendären Nino Graziano. Von der Sommerterrasse aus öffnet sich der Blick auf die Christ-Erlöser-Kathedrale.

Das Projekt liegt in einem Gebäude, dessen Fundament als Denkmal von föderaler Bedeutung anerkannt ist, zwei Schritte von «GES-2» entfernt. Der Name — zugleich italienisches und französisches Pronomen «er» — verweist auf die Geografie der Küche: Italien, Frankreich, Spanien und Griechenland als die wichtigsten gastronomischen Zentren des Mittelmeerraums.

Nach Meinung des Teams unseres Restaurantführers ist die Sommerterrasse von Lui bei Sonnenuntergang eine der besten der Stadt: Der Blick auf das Ufer und die lebendige Atmosphäre machen sie zu einem Ort, zu dem man gerne zurückkehrt.

Das Interieur entwarf die Petersburger Designerin Evgenia Uzhegova, Absolventin der Parsons New School for Design. Der Raum ist als Open Space einer großen mediterranen Villa gestaltet: gealterte Deckenbalken, natürliche Materialien, lebende Pflanzen, weiße Tischdecken und brennende Kerzen. An den Wänden ein Wandgemälde mit Olivenbäumen, deren Wurzeln in den Moskauer Boden reichen und deren Kronen zu den Gewölbedecken alter Kammern aufsteigen. Im hinteren Teil des Saals ein isolierter VIP-Saal und ein Flügel, im Mittelpunkt eine offene Holzofen-Pizzastation mit Metallarbeitstheke.

Am Herd steht der junge italienische Chef Claudio Pirovano — ausgebildet beim mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Sizilianer Nino Graziano, der seit 2012 in La Bottega Siciliana arbeitete. Sein Zugang zu authentischen Rezepten ist methodisch: Die Pastazubereitung vergleicht Pirovano mit Yoga. Auf der Karte: mediterrane Sardinen, griechische Tiropita mit Trüffel, Fritto Misto aus Meeresfrüchten, Artischocken-Carpaccio, toskanische Hülsenfruchtsuppe mit Grünkohl, Wolfsbarsch «schmetterlingsförmig» gebacken mit Oliven und Kapern, Orzo mit Garnelen und Krabbe, Bucatini mit Lamm, neapolitanische Pizza mit Sardellen und Stracciatella, Cannoli und Joghurteis.

Die Pizza aus dem Holzofen verdient besondere Aufmerksamkeit: ein angebrannter Rand, die richtige Textur — nach Aussage der Gäste nah an der idealen italienischen Version. Der Wolfsbarsch, gebacken mit Zitronenbutter, Weißwein, Knoblauch und Oliven, kommt saftig und charaktervoll heraus. Als Cortesie zum Tisch: Brot mit zwei Aufstrichen (Sardellen-Oliven und getrocknete Tomaten) — es setzt von den ersten Minuten an den richtigen Ton. Wein- und Cocktailkarte sind im selben Geist gehalten: klar, ohne Überflüssiges.

Unsere Testesser vergaben 9 von 10 Punkten für das Abendessen — für die makellose Küche, den erwachsenen Service und eine Atmosphäre, in der es schwerfällt, einen Kritikpunkt zu finden. Lui eignet sich gleichermaßen für ein Geschäftsessen und ein abendliches Date — und funktioniert in beiden Fällen zuverlässig.