Wladimir Basow und Marat Kalaidschjan haben bei «Rasswet» ein Restaurant mit Kurs auf mediterrane Küche, saisonale Produkte und Bauernweine geschaffen.

«Za Kryshej» versteckt sich auf dem Gelände von «Rasswet», und der Weg hierher gibt sofort den richtigen Rhythmus vor. Man muss durch den Hof einer ehemaligen Fabrik gehen, den richtigen Hauseingang finden, die Treppe hinaufsteigen und mit dem Aufzug bis in den dritten Stock fahren. Danach öffnet sich ein Raum, den das italienische Büro B-arch gestaltet hat: ockerfarbene Wände, große Fenster, sanftes Licht, Vintage-Möbel, Kerzen und viel Grün. Im Interieur gibt es Sessel und Sofas in italienischer Lounge-Ästhetik, Tische aus Lavastein und handgefertigte Keramik. Statt der gewohnten Moskauer Repräsentativität herrscht hier eine wärmere, lebendigere Atmosphäre.

Nach Meinung des Teams unseres Restaurantführers ist dies ein fast geheimer Ort, der nicht versucht, sich selbst zu bewerben, und gerade deshalb das Moskauer Publikum noch stärker fesselt.

Das Projekt betreuen Wladimir Basow und Brand-Chef Marat Kalaidschjan. Das Restaurant stützt sich auf drei Säulen: Küche, Wein und eine große Garten-Veranda. Das Menü ist kurz, ein Teil der Positionen wird von Hand nachgetragen, und darin spürt man einen normalen Arbeitsrhythmus statt einer dekorativen Geste. Die Grundlage hier ist mediterran, mit klaren Kombinationen und saisonalen Produkten. Statt einer endlosen Auswahl universeller Hits setzt man auf eine kompakte Karte, in der es leichter fällt, die Qualität zu halten und die Gerichte rechtzeitig nach Saison zu wechseln.

Das Menü teilt sich in Crudo und rohe Positionen, Vorspeisen und Gemüse, Teig, Pasta und Hauptgerichte, Gerichte für die Gruppe und Desserts. Zu den auffälligsten Dingen, die in den Gästeempfehlungen immer wieder auftauchen, gehören Rindertatar mit Pommes frites, Pfannkuchen mit Forellen- und Hechtrogen, Piroggen mit verschiedenem Fisch und Tatarsauce, Oktopus-Carpaccio mit jungen Zucchini. In den saisonalen Bereichen erschienen ein Körbchen mit grünen Erbsen, Spargel mit Morcheln und Ziegenkäse, später Brokkoli. Dieser Ansatz ist für das gesamte Restaurant wichtig: Die Küche klammert sich nicht das ganze Jahr über an dieselbe Liste, sondern bewegt sich mit dem Produkt.

Die Weinkarte dient hier nicht als Ergänzung zur Küche. Für Basow baut sich das Abendessen ebenso natürlich um den Wein wie um den Teller auf. In der Auswahl finden sich Bauernbetriebe aus Österreich, Deutschland, Spanien, Russland, Italien und Frankreich, daneben ein großer Block Burgund, von der Klassik bis zu freieren Interpretationen. Ein Teil der Positionen wird glasweise ausgeschenkt, sodass sich der Abend leicht nicht um eine Flasche, sondern um mehrere Kombinationen im Verlauf des Abendessens aufbauen lässt.

Die Veranda macht diesen Ort im Sommer besonders auffällig. Hier gibt es Holzmöbel, gestreifte Sesselbezüge, Decken und viel Grün. Von oben wirkt das ehemalige Industriegelände nicht mehr wie ein Fabrikhof, sondern wie ein Stadtgarten. Deshalb wird das Restaurant eher als Abendlokal wahrgenommen. Das deckt sich auch mit einer Beobachtung aus den Rezensionen: Das Frühstück vermittelt kein vollständiges Bild des Projekts, während das Abendessen sowohl die Küche als auch den Weinbereich und die Atmosphäre selbst besser zeigt.

Unsere Testesser gaben 8 von 10 Punkten für das Abendessen — für die präzise Arbeit mit saisonalen Produkten, eine starke Weinkarte und das für Moskau seltene Gefühl, dass der Ort nach seinem eigenen Drehbuch lebt und nicht nach der üblichen städtischen Schablone.

Restaurant Za Kryshey, Stoljarny-Gasse, Moskau: Fotos, Adresse, Telefon. The Taste — Restaurantführer.