Das Restaurant Avrora am Zwetnoi-Boulevard — Flaggschiff von AVA Team, Concept-Chefs Istomin und Lossew. Raw Bar mit Meeresfrüchten aus aller Welt, gereifte Steaks, Sushi und Autoren-Mixologie.

Fast tausend Quadratmeter auf drei Stockwerken — das ist schon für sich genommen eine Ansage. Zwei geräumige Säle mit hohen Decken, mehrere private Räume und ein eigener Chef's Table, der nicht nur für Abendessen genutzt wird: tagsüber finden hier Verkostungen, Schulungen für Barkeeper und Sommeliers, Treffen mit jungen Köchen des Teams statt, und eingeladene Chefs aus verschiedenen Städten und Ländern bereiten hier gelegentlich Gastsets zu. Abends verwandelt sich der Chef's Table in eine kammermusikalische Bühne für Weinabende und Treffen des Fleisch-Clubs — ein Format, das AVA Team parallel zum Hauptmenü entwickelt.

Nach Meinung des Teams unseres Restaurantführers ist das Restaurant besonders schön zur goldenen Stunde — wenn die Lüster warmes Licht spenden und Sonnenreflexe auf die Panoramafenster fallen.

Das Interieur ist um einen Kontrast herum aufgebaut: äußerlich zurückhaltend, mit warmen furnierten Paneelen und hohen Decken, wird es unerwartet von großen Lichtobjekten unterbrochen. Die Mitte des Saals nimmt ein Lüster aus zahlreichen Glaselementen ein, die zu einer einheitlichen, voluminösen Form zusammengefügt sind — ein Effekt irgendwo zwischen Schmuckstück und Installation. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Treppe: weiß, leuchtend, sie ist bereits zum wichtigsten Fotomotiv des Lokals geworden. Aus den Panoramafenstern öffnet sich ein Blick auf die Stadt — nicht als Hintergrund, sondern als wirklich gerahmtes Bild, wie extra dafür ausgewählt.

Das Menü von Avrora ist das Ergebnis dessen, was passiert, wenn sich zwei Chefs entscheiden, sich nicht auf ein Genre zu beschränken. Istomin und Lossew haben eine Karte zusammengestellt, in der Sushi, Pasta, Risotto, Suppen und ganzer, für zwei Personen zubereiteter Fisch nebeneinander bestehen — für AVA Team ist eine solche Bandbreite ungewöhnlich. Die Meeresfrüchte kommen von verschiedenen Küsten: normannische und japanische Austern, spanische rote Garnelen, fernöstliche Muscheln, atlantischer Hummer. Der Fleischbereich ist nicht weniger ernst zu nehmen — Steaks reifen in Kühlkammern neben edlen Schimmelkulturen, Ente und Kologriwski-Gans durchlaufen eine eigene Reifung.

Die Kombinationen in den Gerichten sind bewusst unerwartet. Garnelen kommen mit zarter Tonnato-Sauce und süßer Paprika, Orecchiette — mit geräuchertem Aal und Steinpilzen, Wolfsbarsch — mit tropischen Früchten. Die Dessertkarte folgt derselben Logik: Es gibt Positionen, bei denen ein vertrauter Geschmack in einer unerwarteten Präsentationsform versteckt ist — die Überraschung funktioniert selbst dann, wenn man versteht, was man eigentlich isst.

Unsere Testesser gaben 8 von 10 Punkten für das Abendessen — für die stabile Produktqualität, sicheren Service und ein Menü, in dem es beim Wiederbesuch noch viel zu entdecken gibt.

Das Cocktailprogramm von Chef-Barkeeper Anton Pyschik arbeitet in derselben festlichen Ästhetik: ungewöhnliche Präsentationsformate, außergewöhnliches Geschirr, effektvolle Details — Eis in besonderer Form, Schatullen, vergoldete Kugeln. Der Flaggschiff-Cocktail des Lokals passt gut zu den Positionen der Raw Bar. Die Weinkarte ist passend zur Küche zusammengestellt: große Champagnerhäuser, Autoren-Cuvées, weißer Burgunder und hochbewertete Weine für alle, die sich mit Punktzahlen auskennen. An den langen, runden Tischen finden große Gesellschaften Platz — das Restaurant wurde genau für sie konzipiert.