Italienisches Restaurant von Alexander Oganesow mit Holzofen im Zentrum der Küche und einem Interieur im Geist alter Palazzi. Brera lebt von einer starken visuellen Umgebung, einem großen Menü und dem Gefühl eines schönen, aber lebendigen Ortes.

Brera an der Bolschaja Nikitskaja funktioniert als italienisches Restaurant, bei dem nicht auf eine buchstäbliche Rekonstruktion Italiens gesetzt wird, sondern auf das Gefühl eines alten Palazzo, zusammengesetzt aus Kunst, Handwerk und gutem Geschmack. Das ist ein Projekt von Alexander Oganesow, und man spürt sofort den Ehrgeiz, den Ort nicht nur elegant, sondern geschlossen zu gestalten: Hier zählen Essen, Licht, Texturen und wie der Gast den Raum von den ersten Minuten an wahrnimmt.

Nach Meinung des Teams unseres Restaurantführers besticht Brera vor allem durch das Interieur: Diesen Ort möchte man erst betrachten und danach nach Gerichten sortieren.

Das Interieur funktioniert hier tatsächlich als eigenständige Aussage. Der Raum ist im Geist italienischer Palazzi gestaltet: eine Kuppeldecke mit Fresken, ein Mosaik-Triptychon mit folkloristischen Motiven, handgefertigte Fliesen, Sammlerleuchten und markante Kunstobjekte. Dabei verwandelt sich das Restaurant nicht in eine bloße Kulisse. Im Inneren gibt es Luft, Bewegung und das richtige Maß, wodurch all diese Schönheit nicht drückt, sondern die Stimmung des Abends zusammenhält.

In der Küchenmitte steht ein Holzofen, und das ist nicht nur ein effektvolles Detail, sondern ein wichtiger Teil des Charakters von Brera. Das Menü ist groß und baut auf einer italienischen Grundlage auf, die das Team breit und ohne übermäßige Musealisierung entfaltet. Für die Küche verantwortlich sind Ruslan Poljakow, Luigi Magni und Nicanor Vieira, und in diesem Trio spürt man den Wunsch, das Restaurant nicht auf ein einziges Aushängeschild zu reduzieren, sondern ein vollwertiges Abendszenario zu bieten, in dem Pasta, Ofen, Wein und Cocktails gleichermaßen Platz haben.

Nach Meinung des Teams unseres Restaurantführers funktioniert bei Brera am stärksten gerade die Kombination aus visuellem Eindruck und dem Gesamtrhythmus des Ortes. Zuerst zieht der Saal die Aufmerksamkeit auf sich, dann rückt die Küche in den Fokus, und danach entfaltet sich das Restaurant als Raum für einen langen, schönen Abend. Wichtig ist hier nicht eine einzelne Position, sondern wie alles zusammen wirkt: Interieur, Ofen, Weinkarte, Menüdichte und das Gesamtniveau der Inszenierung.

Unsere Testesser vergaben 7 von 10 Punkten für das Abendessen — für das eindrucksvolle Interieur, die ausdrucksstarke Atmosphäre und den Ehrgeiz, mit dem das gesamte Erlebnis zusammengestellt wurde. Brera ist dann gut, wenn man es als Ganzes wahrnimmt: nicht als Sammlung schöner Details, sondern als Restaurant, in dem die visuelle Stärke tatsächlich von Küche und Gesamtstimmung getragen wird.

Restaurant Brera, Bolschaja Nikitskaja, Moskau: Fotos, Adresse, Telefon. The Taste — Restaurantführer.