Das Restaurant Muse an der Bolschaja Nikitskaja eröffnete Gastronom Alexander Oganesow im Oktober 2021. Für die Küche verantwortlich ist Brand-Chef Rustam Chaidarow mit Erfahrung bei WRF — auf der Karte Comfort Food, indische Klassik und mediterrane Gerichte.

Das Interieur von Muse entwarf Evgenia Uzhegova von Living Now Studio — und es verwirrt auf den ersten Blick auf angenehme Weise. Ein zylindrischer Weinschrank, ein großer, handgefertigter Keramikwürfel, eine Ecktheke, die den Saal förmlich in Teile zu brechen scheint — die Elemente sind wenige, aber jedes zahlt auf das Gesamtgefühl ein. Die Beleuchtung wechselt von warmem Punktlicht zu farbig und effektvoll, und genau das verwandelt die sparsame Auswahl an Details in einen vielschichtigen Raum. Die offene Küche verleiht zusätzliche Lebendigkeit: Hinter Glas sieht man alles, und das hält die Spannung aufrecht.

Nach Meinung des Teams unseres Restaurantführers ist die Atmosphäre hier wirklich gemütlich: gedämpftes Licht, ein geräumiger Saal und die offene Küche tragen ihren Teil dazu bei.

Das Menü baut auf drei Richtungen auf. Raw Bar eröffnet die Karte: Lachstatar, Thunfisch- und Rindercarpaccio — klar und präzise. Unter den Vorspeisen stechen Aubergine mit Stracciatella, Rosenkohl mit Thunfischsauce und Oktopus-Carpaccio hervor — Letzteres ist längst eines der meistfotografierten Gerichte auf dem Tisch. Bei den warmen Gerichten dominieren Risotto mit Pilzen und Trüffel, Orzo, geräucherter Aal und die klassische Cacio e Pepe. Der indische Abschnitt umfasst Garlic Naan, Chicken Tikka, Palak Paneer mit Trauben und Tandoori-Garnelen. Als Cortesie zum Abendessen gibt es Brot aus der benachbarten Remy-Kitchen-Bakery.

Morgens verwandelt sich Muse in einen ganz anderen Ort. Frühstück ist hier keine Formalität: zwei Signature-Sets, gebackene Eier mit rotem Kaviar, türkisches Rührei mit Lachs, Käsekuchen aus geschmolzenem Quark. Das erste Set baut auf Brioche mit Spinat, Ei und der Wahl zwischen Lachs, Mortadella oder Bacon auf. Das zweite — ein Bagel mit Frischkäse nach derselben Auswahllogik. Man kann sein Frühstück auch selbst nach Geschmack zusammenstellen.

Unsere Testesser vergaben 7 von 10 Punkten für das Frühstück — sie hoben das schmackhafte Essen hervor, wiesen aber auf eine ungleichmäßige Servicegeschwindigkeit in Stoßzeiten hin. Für das Abendessen fiel die Bewertung höher aus — 8 von 10: Die Küche überzeugt, und die abendliche Atmosphäre gleicht mögliche Unebenheiten im Service aus.

Der Barbereich ist ein eigenes Thema. Chef-Barkeeper Witali Skriptschinski setzte auf Low ABV und Milk Punch: 14 Signature-Cocktails auf Basis von Gin, Rum, Whisky, Wodka und Tequila. Für den Aperitif — Ravi Shankar oder Frances ab 18 %, für alle, die den Grad erhöhen möchten — The Moment oder Perfect Lady. Sommelier Dmitri Basaschwili baute die Weinkarte um die Alte Welt und Magnumflaschen herum auf: im Glas findet man sowohl alltäglichen Rioja mit Gewürztraminer als auch Burgunder, Chablis und Champagner.